Der Ablauf

Wir arbeiten eng mit den Fischerhuder Landwirten und den hier tätigen Lohnunternehmern zusammen, um die Wiesen vor dem ersten Mähen nach jungen Rehkitzen (und anderen Tieren wie z.B. Junghasen) abzusuchen.

Viele Jahre hat mein Mann Thorsten Meyer (Jäger und Landwirt) dies alleine zu Fuß gemacht, seit 2014 habe ich ihn begleitet. Allerdings schafft man zu Fuß kaum Fläche, und alleine hier in Fischerhude haben wir mit knapp 600 Hektar Grünland, das gemäht wird, einfach unschaffbare Flächen. Daher kam im Mai 2018 der Gedanke, man müsse das Ganze anders machen und ich informierte mich über Copter, sogenannte Drohnen, mit Wärmebildkamera.
Ich startete eine private Initiative mit Sponsoren (als erstes Lohnunternehmer Dirk Gieschen, dann noch die Brüning Gruppe, Tischlerei B. Voß, Mager & Wedemeyer  sowie Benas) und versuchte, über Zeitungsartikel und Aktionen die Thematik weiter publik zu machen.
Wir, damals noch unser 2. Pilot Bernd Heitmann (mittlerweile 2. Vorsitzender des Vereins) und ich, konnten noch in 2018 zwei Drohnen mit Wärmebildkamera anschaffen. Auf der Informationsveranstaltung auf unserem Hof am 31.03.2019 konnten wir die Copter vorführen. 
Beim ersten Einsatz gab es leider technische Probleme, sodass wir den Großteil der Saison mit nur einem Copter flogen.
Alle Helfer sind entweder in unserer Whatsapp-Gruppe oder werden per sms benachrichtigt. Mit den Landwirten bin ich im Vorfeld bereits vor der Saison alle Wiesen abgefahren, denn wann gemäht wird, wird aufgrund der Wetterlage und daher sehr spontan entschieden. Meist erfahren wir erst am Vortag, wenn gemäht werden soll. Dann wird die Truppe sofort benachrichtigt und ein Treffpunkt für 4:30 Uhr vereinbart (Im April noch 5:30 Uhr). Wir fangen mit dem allerersten Tageslicht an und fliegen, bis alle Flächen des Tages abgesucht sind oder aber halt so lange es geht. Denn die Wärmebildtechnik funktioniert nur in den frühen Morgenstunden: Das Kitz hat nur ca. 22 Grad Körpertemperatur. Damit wir es auf dem Monitor erkennen können, muss die Umgebung eine andere Temperatur haben. Dies ist bei gutem Mähwetter, wenn die Sonne scheint, nur ca. bis 8:00 Uhr möglich, danach leuchtet zuviel auf dem Monitor auf (Maulswurfshügel etc.). Pro Copter werden mindestens 3 Personen benötigt: der Pilot, ein Helfer, der direkt neben dem Piloten steht und funkt, sowie ein Helfer am anderen Ende der Wiese, um Hindernisse wie Bäume oder Hochspannungsleitungen anzumelden. Besser sind selbstverständlich mehr Helfer, um flexibler agieren zu können und so Zeit zu sparen. Die Helfer werden per Funkgerät benachrichtigt und zum möglichen Fundort gelotst. Sie haben jeweils einen großen Wäschekorb dabei, der im Falle eines Kitzfundes über das kleine Kitz gestülpt und mit Heringen verankert wird. Anschließend wird der Korb mit einer 1,5m hohen farbigen Fahnenstange markiert und dem Landwirt oder Lohnunternehmer Bescheid gegeben, auf welcher Wiese ein oder mehrere Kitze gefunden wurden. Nach dem Mähen wird uns Bescheid gegeben und wir entfernen den Korb und die Stange. Nur die ganz kleinen Kitze bleiben auch dann noch weiter liegen, müssen daher mit Handschuhen und ganz viel Gras umgelagert werden, wobei kein direkter Körperkontakt entstehen darf, denn sonst würde die Mutter es nicht wieder annehmen. Kitze, die schon mehrere Tage alt sind, sind durch das Mähen aufgeschreckt und laufen nach Hochnehmen des Korbes davon. Ihre Mutter ist immer in der Nähe, oft sehen wir die Ricken. Es ist ein tolle Gefühl, wenn man weiß, dass die Kleinen es schaffen :-)